Gott ist da – und die Kinder mittendrin

06.09.2026

Aufstehen oder sitzen bleiben? Wasserflaschen zählen, einen Schlüssel suchen und herausfinden, was ein Kopfstand mit Gemeinde zu tun hat: Beim Kindergottesdienst mit Bischof Rudolf Fässler am 6. September 2026 in Zürich-Seebach waren die Kinder nicht einfach Zuhörer – sie waren mittendrin.

Schon zu Beginn wurde deutlich: Dieser Gottesdienst würde anders. Zwei Stühle halfen Bischof Rudolf Fässler, etwas sichtbar zu machen, das eigentlich nicht sichtbar ist: Gott ist da. Vater, Sohn und Heiliger Geist sind mitten unter den Menschen.

Dann waren die Kinder gefragt. Die Spielregel war einfach: Ist eine Aussage richtig, aufstehen. Ist sie falsch, sitzen bleiben. Schon bei einem Bild galt es, genau hinzuschauen und sich zu entscheiden. Bewegung kam in den Kirchensaal  – und Aufmerksamkeit gleich mit.

Der Schlüssel zur Freude
Ein Schlüsselbund führte zum nächsten Bild. Schlüssel öffnen Türen. Und auch für die Freude gibt es einen Schlüssel, erklärte der Bischof: die Beziehung zu Gott. Diesen Schlüssel sollte man nicht verlieren.
Dann ging es zur Hochzeit zu Kana. Ein Film hatte die Kinder bereits vor dem Gottesdienst mit Jesus, Maria und den Jüngern bekannt gemacht. Nun wurde gemeinsam überlegt: Was passierte damals eigentlich?
Der Wein ging aus – für eine grosse Hochzeitsgesellschaft eine peinliche Situation. Maria wandte sich an Jesus und sagte zu den Dienern:

«Was er euch sagt, das tut.»
Johannes 2,5
Jesus liess sechs grosse Krüge mit Wasser füllen.
Doch wie viel Wasser ist das eigentlich?
Jetzt wurde geschätzt, gerechnet und ausprobiert. Eine erste Zahl fällt: «35 Liter!» Doch die biblischen Krüge fassten zusammen ungefähr 600 Liter. Eine Halbliterflasche machte die Dimension plötzlich greifbar. Wie viele solcher Flaschen wären nötig? «1'200!» So wurde aus einer weit entfernten biblischen Geschichte etwas, das Kinder sehen und sich vorstellen konnten.

Was sagt Gott zu uns?
Das Bibelwort führte zur nächsten Frage: Was sagt Gott eigentlich zu uns?
Bischof Fässler erzählte von Josua, der nach der langen Wüstenwanderung vor dem Jordan und einer grossen Aufgabe stand. Gottes Botschaft an ihn war: Hab Mut und vertraue – ich bin mit dir.

Auch heute, so der Gedanke, spricht Gott zu Menschen. Ein kleines Theaterspiel und Erlebnisse aus dem Alltag machten daraus keine abstrakte Aussage, sondern eine Frage an die Kinder: Wo habe ich selbst schon gespürt, dass Gott mich begleitet?

Und wer etwas erlebt hat, kann davon erzählen.
Kinder als Zeugen
Was ist ein Zeuge? Die Kinder kannten das Prinzip: Wer etwas gesehen oder erlebt hat, kann berichten, was geschehen ist.
Genau dazu ermutigte der Bischof: Erzählt davon, was ihr mit Gott erlebt. Christen sind Zeugen nicht deshalb, weil sie alles erklären können, sondern weil sie von ihren Erfahrungen mit Gott berichten können.

Eltern und Lehrkräfte waren dabei ausdrücklich mitgemeint. Auch sie begleiten die Kinder auf ihrem Glaubensweg – und können ihnen helfen, Gottes Spuren im eigenen Leben zu entdecken.

Und was hat ein Kopfstand damit zu tun?
Zum Schluss wurde es nochmals anschaulich.
Die Christen bilden miteinander einen Leib, Jesus Christus ist das Haupt. Doch ein Leib funktioniert nur, wenn seine verschiedenen Glieder zusammenspielen.

Wer kann einen Kopfstand?
Plötzlich war das Bild vom Leib Christi konkret. Für einen Kopfstand braucht es Kopf, Arme, Hände, Beine – und Gleichgewicht. So unterschiedlich Menschen sind: In der Gemeinde werden alle gebraucht.
Die Botschaft war einfach: Wir brauchen einander.

Am Ende liefen die Bilder des Morgens zusammen: die Schlüssel, die Wasserkrüge, der Zeuge und der Kopfstand.

Die Beziehung zu Gott ist ein Schlüssel zur Freude. Wir wollen darauf achten, was Gott sagt und ihm vertrauen. Wir dürfen erzählen, was wir mit ihm erleben. Und als Gemeinschaft brauchen wir einander.

So erlebten Kinder, Eltern und Lehrkräfte einen Gottesdienst, bei dem biblische Geschichten nicht nur erzählt wurden. Sie wurden gefragt, ausprobiert, berechnet und erlebt.

Und über allem stand die Zusage: Gott ist da – mitten unter uns.